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Dr. Claudia Schöchlin


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Therapiefragen


Wie ist Psychotherapie gesetzlich geregelt?

Seit 1999 ist der Begriff der Psychotherapie gesetzlich geschützt, und zwar im Rahmen des Psychotherapeutengesetzes, das Sie hier nachlesen können. Dies regelt den Zugang zur Erlaubnis, als Psychologischer Psychotherapeut oder Kinder- und Jugendlichentherapeut zu arbeiten, also zur Approbation. Ähnliches gibt es für Ärztliche Psychotherapeuten, wobei auch noch die Kassenärztlichen Vereinigungen, die Ärztekammern und neuerdings die Psychologenkammern an den Regelungen beteiligt sind. In den sog. Psychotherapierichtlinien ist festgelegt, welche psychotherapeutischen Leistungen die Krankenkassen unter welchen Umständen zu übernehmen haben.


Ethik

In der Psychotherapie treten neben den rechtlichen auch eine Reihe ethischer Fragen auf, die z.B. die Schweigepflicht und das Ausfallhonorar betreffen. Ich fühle mich den ethischen Leitlinien der DGPT (www.dgpt.de) und der Akademie für Psychoanalyse verpflichtet. Die Leitlinien der Akademie können Sie hier nachlesen. Wenn Sie als Patient das Gefühl haben, dass in Ihrer Therapie eine ernste Verletzung ihrer menschlichen Rechte stattfindet, sollten Sie in Erwägung ziehen, sich an eine Vertrauensperson aus einem Ethikausschuß zu wenden.


Irgendwas läuft schief in meiner Therapie. Kann das sein? Was tue ich?

Dies sind schwierige Fragen. Ganz eindeutig ist es, wenn Ihr/e Therapeut/in sexuelle Handlungen mit Ihnen vollzieht oder vollziehen möchte. In keiner seriösen Psychotherapieform ist dies vorgesehen. Es kommt auch ausgesprochen selten vor und ist ein Zeichen für einen Grenzverlust und Verwicklungen. Wenn Sie diesbezügliche Erlebnisse hatten, verwirrt sind oder Ängste haben, die sich nicht auflösen, sollten Sie eine außenstehende Beratung aufsuchen (s.u.).

Manchmal entstehen in einer Therapie Phantasien über diese Dinge. Manchen Menschen fällt es dann schwer, zu unterscheiden, was ist real und was ist Phantasie. Auch hier gilt: Wenn sie sich über längere Zeit diffus unter Druck fühlen, das Gefühl nicht weggeht, dass Ihre Grenzen überschritten werden und Sie keine sicheren Ankerpunkte mehr haben, dann kann dies ein Hinweis sein, dass eine außenstehende Beratung notwendig ist. Dies gilt umso mehr (aber nicht nur) wenn Sie bereits früher Erfahrungen von Grenzüberschreitung gemacht haben.

Aber auch ohne Grenzüberschreitungen kann man das Gefühl haben, dass etwas schief läuft. In gewisser Weise sollte dies Gefühl sogar auftreten: Schließlich kommt man mit Problemen, die meist in schwierigen zwischenmenschlichen Entwicklungen begründet sind. Es ist daher wahrscheinlich, dass man auch mit seinem/r Therapeuten/in zwischenmenschliche Probleme bekommt und z.B. Gefühle von Wut, Ärger, Mißtrauen u.a. auftreten. Intensiver vielleicht, als man es von sich kennt. Diese Gefühle sind wertvolle Indikatoren für Ihr Inneres und ihr Auftreten bietet die Möglichkeit, neue Erfahrungen damit zu machen. Dies setzt aber voraus, dass es ein grundsätzliches „in-Ordnung“-Gefühl in der Therapie gibt, dass die problematischen Punkte ansprechbar sind und dass auch zwischenzeitlich immer wieder ein Gefühl von Erleichterung und Verständnis auftritt. Wenn Sie es über sehr lange Zeit nicht schaffen, über problematische Gedanken/Gefühle der Therapie oder Ihrem/er Therapeuten/in zu sprechen oder das Gefühl dennoch maßgeblich Ihre Therapie prägt, ohne dass Sie es verstehen, dann wäre möglicherweise eine Beratung durch eine/n Dritte sinnvoll.


Kann ich während einer Therapie zu einem/r anderen Therapeuten/in gehen?

Krankenkassentechnisch ist es möglich, dass Sie in einer laufenden Therapie einen zweiten Therapeuten oder eine Beratungsstelle zwecks Beratung aufsuchen (Privatpatienten sollten sich diesbezüglich bei Ihrer Kasse erkundigen).

Für eine laufende Therapie hat dies natürlich eine wichtige psychologische Bedeutung. Daher sollten Sie ihre Überlegungen diesbezüglich, falls immer es möglich ist, im Vorfeld mit ihrem/r Therapeuten/in besprechen. Ist Ihnen dies gänzlich unmöglich, ist es wichtig, dass Sie dem zugezogenen Therapeuten/in gleich zu Beginn diese Dinge mitteilen.

Ein Therapeutenwechsel während einer laufenden Therapie ist selten, im Prinzip aber möglich. Falls Sie einen Wechsel in Erwägung ziehen, sollten Sie auf jeden Fall mit Ihrem Therapeuten darüber sprechen und sich eine Klärungs- und Abschiedsphase einräumen. Sollte es zur Suche nach einem neuen Therapeuten kommen, wäre es gut, wenn Sie Zahl und Art der beantragten, bewilligten und in Anspruch genommenen Kassenleistungen kennen. Im Zweifelsfall rufen Sie Ihre Sachbearbeiterin bei der Krankenkasse an.

Manchmal wünscht man sich während einer Therapie noch einen weiteren Therapeuten, z.B., um offene Punkte auf einer anderen Ebene zu lösen. Dies kann einem Fortschritt in der laufenden Therapie entgegenstehen; z.B., indem man sich nicht dem Ärger über den eigenen Therapeuten beschäftigt, der einem keine konkreten Ratschläge gibt, indem man sich diese bei einem anderen holt. Manchmal kann eine Kombination von Therapieverfahren, z.B. durch zusätzliche Gruppen- oder köpertherapeutische Erfahrungen, auch als sinnvoll erachtet werden. Allerdings wird diese im Normalfall von der Krankenkasse nicht übernommen, so dass man auf alternative Angebote, wie z.B. VHS-Kurs, ausweichen muss.


Ich habe seelische Probleme und habe vom Arzt deswegen Medikamente bekommen. Kann mir Psychotherapie trotzdem helfen?

Schwierige Frage. Das hängt von sehr vielen Faktoren ab. Grundsätzlich ist die Einnahme von Medikamenten kein Hinderungsfaktor für Psychotherapie. Oft ist sie ein Hinweis dafür, dass andere Themen im Vordergrund stehen als bei nicht medizierten Patienten, da die seelische Belastbarkeit vermutlich geschwächt ist. Manchmal sind Medikamente sinnvoll, um akute Krisen zu verkürzen oder einem überhaupt die Möglichkeit zu geben, sich auf einen psychotherapeutischen Kontakt einstellen zu können. Psychotherapie kann einem auch im verantwortungsvollen Umgang mit Medikamenten oder Erkrankungen helfen.


Ich bin in laufender Psychotherapie und würde gerne Medikamente nehmen. Schadet das der Therapie?

Das kann man nur mit seinem/r Therapeuten/in klären, denn die Gründe für den Wunsch nach Medikation sind sehr unterschiedlich. Beispiel: Wenn Medikamente etwas ersetzen sollen, was man sich vom Therapeuten wünscht, aber meint, dass man es nicht bekommt, dann ist die schnelle Einnahme von Medikamenten wenig sinnvoll. Besser wäre es, mit der Zeit das Gefühl zu bekommen, dass man „ausreichend gut“ versorgt ist und man Versorgungs“lücken“, in denen man sich den Therapeuten neben sich wünscht, überbrücken kann. Wenn man aber z.B. aufgrund einer äußeren Belastungssituation und innerer Verletzbarkeit in massive Spannungszustände gerät und kaum noch durch den Alltag kommt, kann eine vorübergehende Medikation sinnvoll sein. Ganz abzusehen von Erkrankungen wie z.B. Schizophrenien, bei denen eine Medikation hilfreich ist zur Verhütung von Rückfallen.


Wer verschreibt Medikamente?

Grundsätzlich dürfen bei uns nur Ärzte und keine Psychologischen Therapeuten oder Kind- und Jugendlichentherapeuten Medikamente verschreiben. Wenn Sie bei einem Arzt in Psychotherapie sind, kann es trotzdem sein, dass Sie dieser für eine Medikation an eine/n Kollegen/in verweist.